Kurort Oberwiesenthal - höchstgelegene Stadt Deutschlands
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Ortsteil Hammerunterwiesenthal
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Hammerunterwiesenthal
Hammerunterwiesenthal liegt in ca. 800 m über NN im Pöhlatal und ist ein kleiner vom Bergbau geprägter Ort. Seine Besiedlung steht in engem Zusammenhang mit der Entdeckung der Erz- und Silberminen und der Gründung "Neuwiesenthals" um 1527. Durch die Förderung von Erz und Silber entstanden im Erzgebirge viele Hammerwerke, zwei befanden sich in Ober- und Unterwiesenthal, ein drittes am Pöhlwasser, ca. 300 m von der heutigen Kirche entfernt.

Nach dem 30-jährigen Krieg wird der Pöhlbach zur Glaubensgrenze. Menschen auf der böhmischen Seite des Erzgebirges wurden gezwungen wieder zum katholischen Glauben überzutreten oder ihre Heimat zu verlassen. Viele verließen ihre Heimat und gingen als Exulanten in die Fremde.

Diese Vertriebenen richteten an den Dresdner Hof die Bitte, ein Exulantendorf auf sächsischem Gebiet errichten zu dürfen. Ende 1657 erhielten sie vom damaligen Kurfürsten die Bewilligung zur Gründung eines neuen Bergfleckens mit dem Namen "Unter-Hammer". Später entstand daraus der Name Hammerunterwiesenthal.

Kirchlich bildete der Ort eine "Filial" zu Wiesenthal, erst 1743 vollzog man die Weihe der eigenen Filialkirche. Gleichzeitig erhielten die Hammerer mit ihrer Kirche einen eigenen Friedhof. Nach 150 Jahren wurde die baufällig gewordene Kirche abgerissen und durch den Neubau einer 2. Kirche ersetzt, welche im Oktober 1899 feierlich geweiht wurde. 1989 erfolgte der Neubau der Orgel unter Beibehaltung des alten Gehäuses, das Innere der Kirche wurde renoviert und die schöne Bemalung der Altarkuppel restauriert. Im Mai 1989 erklang die neue Jehmlich- Orgel mit 90 Pfeifen und 13 Registern. Zur 100- jährigen Kirchweih erhielt sie den Namen "Philipp- Melanchthon- Kirche".

Hammerunterwiesenthal I

Unterlagen aus dem 18. Jahrhundert belegen, dass zu dieser Zeit ein Schulhalter für die Bildung der Jungen und Mädchen zuständig war. Mit Einführung der Schulpflicht gab es auch in Hammer eine eigenständige Schule. Später besuchten die Kinder die Schule in Oberwiesenthal.

Durch die vielen Brände über die Jahrhunderte hinweg wurde es immer notwendiger, gut ausgerüstete und ausgebildete Ortsfeuerwehren aufzustellen. Am 04.03.1900 wurde die Freiwillige Feuerwehr Hammerunterwiesenthal gegründet.

Eine wichtige Rolle spielte in Hammerunterwiesenthal der Kalk- und Gesteinsabbau. Besonders der Bau der Schmalspurbahn war Anlass für den Beginn der Gesteinsförderung, alle Schotterlieferungen erfolgten aus dem hiesigen Steinbruch. Weit über die Grenzen Deutschlands war die gute Qualität des Kalks bekannt. Er fand Verwendung als Baukalk, Düngekalk, Marmormehl für die Glasindustrie u.v.a.m. Die Steinbrüche schafften Ausgangsmaterial für Bahn-, Straßen- und Hausbau und gaben vielen Hammerern Arbeit und Brot. Bis zur Wende wurde die Eisenbahn für den Gütertransport dieser beiden Werke genutzt.

Hammerunterwiesenthal II

Bis 1996 war Hammerunterwiesenthal eine eigenständige Gemeinde. Am 01.01.1997 wurde Hammerunterwiesenthal als Ortsteil der Stadt Kurort Oberwiesenthal zugeordnet. 2007 feierte der Ort sein 350- jähriges Bestehen.

Sehenswertes:
Philipp-Melanchthon-Kirche
Bergbaulehrpfad
Erlebnispfad Bimmelbahn
Radweg nach Oberwiesenthal

 

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