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bekannte Einwohner

Ralph Müller

Ein Ortskind, welches 1886 in Unterwiesenthal geboren wurde. Er war ein Nachkomme erzgebirgischer Posamentierer, die eine Umstellung vom häuslichen Posamentiererstuhl zur Fabrikarbeit vollzogen und den Markt mit neuen "Posamenten" (Saiten) eroberten. 

Als Fabrikbesitzer stand er in unserer Kleinstadt als Stadtrat, stellvertretender Bürgermeister, in Vereinen und Institutionen ständig in der Öffentlichkeit, blieb jedoch immer "dor Wiesentholer Satn-Müller-Ralph". 

Als Junge erlebte und bewunderte er Olsen, erlernte bei ihm das Fahren, Laufen und Springen mit den zuvor gemiedenen langen Brettern. 

Sehr zeitig erkannte er im Skisport eine Möglichkeit, Oberwiesenthal "zu neuen Ufern" zu führen, es dem Tourismus zu erschließen. Er wurde zu einem der aktivsten Gründer des Skiclubs, war jahrzehntelanger Vorsitzender und ständig bester Berater. 

Immer suchte und fand er neue Wege, Materielles zu steuern und den Wettkämpfern Mut und Unterstützung zugeben. Wegen seiner hervorragenden Verdienste wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt, 1946 kam er um.

Ralph Müller

Dr. Erwin Jaeger

Dr. med. Erwin Jaeger wurde 1870 in Köln geboren. Als weltoffener, fortschrittlicher und vielinteressierter Mensch und Arzt erkannte er schon um 1900 die große Bedeutung des Skilaufs für Gesundheit und als Volksertüchtigungsmittel. 

Er warb nicht nur mit Worten an den Stätten seines Wirkens in Sachsen und besonders im oberen Erzgebirge: Selbst ein begeisterter Skifahrer, stand er noch 80-jährig bei seinen Patientenbesuchen auf den "langen spitzen Brettern". 

Als Mitbegründer des Sächsischen Skiverbandes und dessen zeitweiliger Präsident wirkte er auch bei der Gründung des Skiclubs Ober- und Unterwiesenthal (1906) mit, nahm an dessen Entwicklung hohen Anteil und brachte viele Veranstaltungen nach Oberwiesenthal. Wenn er auch 1924-28 als Präsident der Mitteldeutschen Rundfunk-AG in Leipzig fungierte, verstummte doch nie sein Werben für den "weißen Sport". Es zog ihn immer wieder ins Erzgebirge, zum Fichtelberg, nach Oberwiesenthal. Die Stadt verlieh ihm bereits 10. April 1926 die Ehrenbürgerwürde, welche er als bekennender Nazigegner am 25.01.1935 wieder entzogen bekam. Später praktizierte er in Bärenstein und Oberwiesenthal. Zu seinem 75. Geburtstag am 03.12.1945 wurde ihm das Ehrenbürgerrecht wieder zuerkannt, was ihn sehr erfreute. Bis zu seinem Lebensende war er immer für seine Patienten, Sport und Kultur, die Jugend und Oberwiesenthal da. 

Im Schanzengelände wurde 1955 seine Urne beigesetzt.

Dr. med. Erwin Jaeger

Bruno Böttger

"Dor Gruße" wurde 1890 in Oberwiesenthal geboren. Zu recht trug der Heimatverbundene, später Kartonagenarbeiter seinen Hausnamen: Groß war er von Statur - groß in Kindheit und Jugend als Sportler, wo er schon auf einfachsten Schanzen Weiten von 15 und mehr Metern meisterte - groß und bekannt war er während seines ganzen Lebens als Sportfunktionär.

Beginnend im zweiten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts wurde er zum Motor des Skiclubs (1.Vorsitzender, techn. Vorsitzender) und in dessen Nachfolgeorganisationen. 1921 wurde er als einer der ersten Amateurskilehrer anerkannt. 

Zeitig übernahm er die verschiedensten Funktionen bei Wintersport-Veranstaltungen im Ort, im Kreis, in Sachsen, in Deutschland und organisierte selbst mehr als 200 Wettstreite. Was er anfasste, hatte Hand und Fuß! Besonderes Augenmerk richtete er auf das Kampfrichterwesen und wirkte mehrfach als Obmann. 

Nach Kriegsende war er als einer der ersten wieder an Loipen, Pisten und Schanzen zu finden: "Dor Gruße", der einfache, freundliche Mensch, der Helfer der sportbegeisterten Jugend, der aus dem Wintersport der Heimat und Deutschlands nicht wegzudenken ist. 1967 verstarb Bruno Böttger.

Bruno Böttger

William Wauer

William Wauer wurde am 26.10.1866 als Sohn des Hilfspredigers und Rektors Carl Wauer und dessen Frau Wilhelmine in Oberwiesenthal geboren. Er verbrachte seine Kindheit im Haus Bahnhofstraße 4, dem damaligen und heutigem Pfarramt. Sein weiterer Lebensweg führte ihn zu Studien an die Kunstakademien in Dresden, Berlin und München.

Er reiste in die Vereinigten Staaten, nach Wien, Zürich und Rom, arbeitete als Herausgeber von Zeitschriften und als künstlerischer Sachverständiger für die Lingner-Werke in Dresden, wo er die Form der noch heute gebräuchlichen ODOL- Flasche entwickelte.

1905 ging er nach Berlin und wirkte am Theater, beim Rundfunk und war ein Pionier des Stummfilmes. William Wauer widmete sich der bildenden Kunst und schuf großartige Plastiken, Zeichnungen, Gemälde und Aquarelle. Er arbeitete an Herwarth Waldens Zeitschrift „Der Sturm“ mit und wurde auch zu einem wichtigem Theoretiker des Expressionismus.

Im Herbst 1991 wurde im Zusammenhang mit einer William-Wauer-Ausstellung in der Galerie am Markt in Annaberg-Buchholz und in der Pfarrkirche in Oberwiesenthal eine Gedenktafel am Geburtshaus William Wauers enthüllt und die Kinogasse in William-Wauer-Weg umbenannt. Seitdem ist es um den großen Sohn der Stadt ruhig geworden. Das Projekt einer ständigen Ausstellung zum Leben und Werk des vielseitigen Expressionisten in Oberwiesenthal wartet noch auf seine Verwirklichung.

Wauer war dreimal verheiratet, zuletzt mit Ursula Scherz. 1904 wird sein Sohn Hans geboren. William Wauer stirbt am 10. März 1962 in West-Berlin und ist im Waldfriedhof Dahlem beigesetzt.

Ausführliche Informationen zum Leben und zur Arbeit von William Wauer finden Sie in der Biographiensammlung von www.cinegraph.de.

William Wauer

Carl Hertelt

Am 19.01.1837 erblickte Carl Hertelt, einer der bekanntesten Krippenschnitzer, in Oberwiesenthal das Licht der Welt. Schon als Schulkind war es seine Lieblingsbeschäftigung, kleine Bildchen zu entwerfen. Bereits mit 12 Jahren malte er einen bekannten Christuskopf und andere biblische Motive. Er erlernte das Malerhandwerk und wurde ein selbstständiger Meister. Bald darauf entstanden die unterschiedlichsten Dekorationsgemälde und Krippenlandschaften für zahlreiche Gotteshäuser des oberen Erzgebirges. Im Winter, wenn solche Malereien nicht möglich waren, bemalte Hertelt zunächst sehr sorgfältig Flachfiguren mit christlichen Motiven der Weihnachtsgeschichte. Später begann er, Figuren zu schnitzen, die sich durch eine besonders lebendige Ausstrahlung auszeichneten. Es entstanden immer größere Krippen durch seine geschickten Künstlerhände. Er wurde weit über die Grenzen Sachsens und Deutschlands hinaus bekannt, selbst die Königshäuser in Dresden und Amsterdam erwarben seine Werke.

Alljährlich in der Weihnachtszeit kann man in der Oberwiesenthaler Martin-Luther-Kirche die große Herteltkrippe bewundern, die 1896 für den damaligen Krippenverein vollendet wurde.

Am 06.10.1921 legte Carl Hertelt sein Werkzeug für alle Zeit aus der Hand. Auf dem Wiesenthaler Friedhof fand er seine letzte Ruhestätte.

Carl Hertelt

Franz Ströher

Als am 21.02.1854 Franz Ströher in Oberwiesenthal das Licht der Welt erblickte, ahnte sicherlich noch niemand, dass er der Begründer der weltweit bekannten Wella AG sein würde.

Seine Kindheit sowie seine Jugend verlebte Franz Ströher in seinem Geburtsort. Er erlernte das Friseurhandwerk, legte die Gesellenprüfung ab und ging mit 18 Jahren auf Wanderschaft. Sein Weg führte ihn unter anderem in die Niederlande, in die Schweiz und nach Frankreich. In Rothenkirchen ließ er im Jahr 1880, damals gerade 26-jährig, beim Amtsgericht Auerbach/ Vogtland sein Unternehmen „Franz Ströher-Rothenkirchen, Herstellung und Vertrieb von Haartüll“ eintragen. Der von ihm erfundene, wasserfeste und künstliche Haartüll „Tüllemoid“ wurde durch Klöpplerinnen und Posamentierer hergestellt. 1904 entstand seine erste Fabrik in Rothenkirchen und seine Söhne Karl und Georg traten in die väterliche Firma ein. Seit 1924 führte die Firma das Markenzeichen „Wella“ und es kamen immer mehr Artikel zur Haargestaltung und Haarpflege hinzu. Wella eroberte besonders in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts die weltweiten Märkte.

Im Jahr 1936 verstarb der Firmengründer Franz Ströher und hinterließ ein Werk, dass selbst schwerste Zeiten durchstand.

Franz Ströher

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