K3 Museum KURORT Oberwiesenthal
Kultur, Tradition und Sport
MUSEUM für Stadtgeschichte und Wintersport
Im Museum erfahren Sie, wie sich der „Fluch Schnee“ zum „Weißen Gold“ entwickelte und der Ort zu großer Bedeutung im Tourismus, in Kultur und im Wintersport fand.
Wettkampf-Atmosphäre schnuppern und Olympisches Gold bestaunen können Sie dabei in der Wintersportausstellung. Zu sehen sind Pokale, Trophäen und Medaillen von gleich mehreren Oberwiesenthaler Olympiasiegern und Weltmeistern.
Öffnungszeiten
Montag bis Samstag
09:30 – 12:00 Uhr und
13:00 – 16:00 Uhr
24.12. & 31.12.
9:30 – 13:00 Uhr
01.01. geschlossen
Kontakt
„Wiesenthaler K3“ Museum
Karlsbader Straße 3
09484 Kurort Oberwiesenthal
+49 (0) 37348 1550-50
+49 (0) 37348 1550-182
E-Mail: info@oberwiesenthal.de
Eintrittspreise
TAGESTICKET
7,00 €
Erwachsene, Jugendliche ab 17 Jahre
TAGESTICKET ERMÄSSIGT
5,00 €
Erwachsene und Jugendliche ab 17 Jahre mit Gästekarte, Auszubildende und Studierende mit Ausweis, Personen mit Schwerbehindertenausweis
GRUPPE
5,00 €
Ab 8 Erwachsene bzw. Jugendliche ab 17 Jahre
FÜHRUNGEN
3,00 €
ab 8 Personen zzgl. Eintrittspreis
FREIER EINTRITT
Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre, Begleitpersonen von Schwerbehinderten,
Reiseleiter und Busfahrer von Reisegruppen
Einblicke ins Museum
Kommen Sie mit auf eine kleine Entdeckungsreise durch unser Museum.
Erleben Sie die Faszination des Wintersports und lernen Sie die Geschichten berühmter Sportler aus unserer Region kennen.
Gipfelstürmer - Ein Thal erobert die Welt
Die Dauerausstellung „Gipfelstürmer – Ein Thal erobert die Welt“ widmet sich besonders der Stadtgeschichte und dem Wintersport. Sie werden in den Bann des „Weißen Thales“ gezogen und erleben die Entwicklung der Bergstadt zum bekanntesten Wintersportort in Sachsen. Erfahren Sie, wie sich der „Fluch Schnee“ zum „Weißen Gold“ entwickelte.
Sie begegnen Olympiasiegern und Weltmeistern, deren Ski, Pokale und Medaillen zu bewundern sind. Darunter u.a. der Sprunganzug von Skisprung-Olympiasieger Jens Weißflog, die Langlaufski von Eric Frenzel -Olympiasieger in der Nordischen Kombination und Laufschuhe von Skilanglauf-Olympiasiegerin Claudia Künzel-Nystad.
Kunst und Kultur sind untrennbar mit Oberwiesenthal verbunden. Sie sehen Werke des in Oberwiesenthal geborenen Künstlers William Wauer und daneben herausragende volkskünstlerische Arbeiten von Oberwiesenthaler Einwohnern.
Dem bekanntesten erzgebirgischen Heimatdichter und Liedsänger Anton Günther ist ein eigener Ausstellungsraum gewidmet.
Tauchen Sie ein in die Geschichte der Stadt am Fichtelberg.
Wir freuen uns auf Sie.
Um 1525 entdeckte vermutlich der Bergmann Valentin Thanhorn Silber im Zechengrund. Bereits zwei Jahre später gründeten die Herren von Schönburg den Ort „Neustadt im Wiesenthal“. Nur drei Jahre später erhielt der Flecken das Stadtrecht. Abseits der Silberfundstätten wurde die Wohnanlage planmäßig erbaut, ebenso der annähernd quadratische Marktplatz.
Gast- und Wirtshäuser gab es bereits mit der Entstehung der Ortschaften. Fuhrleute kehrten hier genauso ein wie die Bevölkerung. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich zunehmend der Fremdenverkehr in Europa. Wanderer, um 1900 auch Skifahrer, entdeckten das Erzgebirge und somit auch Oberwiesenthal mit dem Fichtelberg für ihre Ausflüge. Der talwärts gelegene Ort Unterwiesenthal empfing bereits 1510 das Stadtrecht. Diese beiden Kleinstädte vereinigten sich 1921; 1997 kam Hammerunterwiesenthal, im 17. Jahrhundert von Exulanten gegründet, hinzu. Kurort Oberwiesenthal ist die höchst gelegene Stadt Deutschlands (914m ü. NN). Seit 2012 ist sie Staatlich anerkannter Luftkurort.
Der Ausstellungsbereich beginnt im „Weißen Tal“ mit einer Tonsequenz. Der Gast wird von Schneegestöber und einem Zitat von 1699 über das „Obere Erzgebirge“ empfangen: „Was soll ich sagen von den weit- und breit ungeheuren / hohen und an einander hängenden rauen und unsicheren Wäldern / tiefenThälen / furchtsamen Gründen … und grausenden unheimlichen Strecken … Da hörte man nichts als der Raben Rappen / der Bären Brummen / der Wölfe Heulen…“ (Zitiert aus Lehmann, Christian: Historischer Schauplatz derer natürlichen Merkwürdigkeiten in dem Meißnischen Ober-Erzgebirge / …, Leipzig: Friedrich Lanckischens sel. Erben 1699.)
Der Besucher erfährt in den folgenden Räumen vom Leben in dieser scheinbar unwirtlichen Gegend. Er lernt Orte kennen, die, mit herausragenden Objekten und Reproduktionen kombiniert, das Leben im Wiesenthal zeichneten. Im „Bürgerraum“ treffen Menschen aus dem Wiesenthal aufeinander, die von unterschiedlicher Herkunft aus verschiedenen Jahrhunderten berichten.
Zwei Bürger begrüßen den Besucher im nächsten Raum und erläutern das „Ankommen“ der Ski im hiesigen Gebiet. Auch hier ergänzen Originalobjekte die Anschaulichkeit. Eine Vielzahl von Ski Oberwiesenthaler Hersteller kennzeichnet den Beginn der rasanten Entwicklung des Ortes mit dem Winter-Massentourismus. Dazu wurden Hotels gebaut oder erweitert, Straßen asphaltiert, der Skiclub gegründet und die ersten Wettkämpfe durchgeführt. Dazu zeigen wir eine originale Beitrittserklärung von 1931 sowie die originale Urkunde, die Alfred Lohse 1928 in St. Moritz bei der Teilnahme an den Zweiten Olympischen Winterspielen erhielt. Er und Albrecht Böttcher nahmen als erste Oberwiesenthaler Sportler überhaupt an den Olympischen Winterspielen teil.

Während des Zweiten Weltkrieges und in den schweren Nachkriegsjahren stagnierte das sportliche Leben und Sportstätten verfielen. Enthusiasten der ersten Stunde halfen der Wirtschaft und dem Sport wieder auf die Beine. Mit der staatlichen Förderung der DDR und dem Fleiß der Trainer und Sportler erzielte das Oberwiesenthaler Leistungszentrum in den alpinen und nordischen Skidisziplinen sowie im Rennrodelsport höchste internationale Erfolge. Die Verantwortung dafür trägt heute der Olympiastützpunkt Sachsen – Außenstelle Oberwiesenthal.
Viele Sportler erzielten große Erfolge für sich und damit natürlich auch für Kurort Oberwiesenthal, so z.B. Skisprung-Olympiasieger Jens Weißflog, Rennrodel- Olympiasieger Dettlef Günther, Sylke Otto und Tatjana Hüfner, die Olympiasieger in der Nordischen Kombination Uli Wehling und Eric Frenzel, die Skilanglauf Olympiasiegerinnen Barbara Petzold-Beyer, Claudia Künzel-Nystad, Viola Bauer und Katharina Hennig-Dotzler um nur einige zu nennen. Viele dieser Sportler stellten Ausrüstungsgegenstände, Pokale und Medaillen für die Ausstellung zur Verfügung. Die herausragenden Leistungen der einstigen und aktuellen Weltklassesportler und deren Trainer werden damit unterstrichen und gewürdigt.

Als Sohn eines Bergmannes wurde Anton Günther am 5. Juni 1876 in Gottesgab (heute Boží Dar) geboren. Ursprünglich wollte er Forstmann werden, entschied sich aber für eine Lehre als Lithograph in Buchholz, die er frühzeitig beenden konnte. Er fand Arbeit in Prag und lebte dort sechs Jahre bis sein Vater verstarb. Anton Günther sah sich als Ernährer der Familie und kehrte nach Gottesgab zurück, wo er 1937 den Freitod wählte.
Bereits im Kindesalter erlernte Anton Günther das Geige spielen. Autodidaktisch eignete er sich Gitarre und Zither an. In seiner Prager Zeit entstand eines seiner bekanntesten Lieder: „Drham is drham“ (1895). Es folgten weitere wie „Mei Vaterhaus“ (1901) oder „De Ufenbank“ (1899). Anton Günther ließ die Liedtexte mit Noten und einer eigens angefertigten Zeichnung auf Postkarten drucken. Dadurch verbreiteten sich seine Lieder nicht nur im Erzgebirge. Bis heute sind viele seiner Lieder Repertoire auch jüngerer Kapellen. Er bleibt einer der bedeutendsten Liedermacher des erzgebirgischen Mundartliedes.
Die in Kurort Oberwiesenthal lebende Enkelin Anton Günthers – übergab sehr viele einzigartige Objekte ihres Großvaters an das Museum. Der Besucher wird bereits Bekanntes sehen aber auch Neues, bisher noch nie Gezeigtes entdecken können. So sind neben originalen Liedpostkarten auch private Fundstücke wie die Zither zu sehen.
Die handschriftliche Aufzeichnung seines ersten Liedes „Drham ist drham“ wie auch das Gemälde – Anton Günther in Uniform zeigend -sind ebenfalls unvergleichliche Unikate.

William Wauer wurde am 26. Oktober 1866 als Sohn eines Diakons in Oberwiesenthal geboren. Er studierte an den Kunstakademien in Dresden, Berlin und München. Nach Auslandsaufenthalten kehrte er nach Berlin zurück und arbeitete illustrativ. Diese Tätigkeit führte ihn in die Reklamewirtschaft, wo er u. a. für die Lingner-Werke arbeitete.
Nach 1905 wurde er Theaterregisseur in Berlin und von da aus führte ihn sein Weg in die neue Filmindustrie: er wurde Drehbuchautor und Regisseur. Sein erstes Werk war eine Sensation der Lichteffekte: „Richard Wagner“ (1913).
Durch die Futuristen-Ausstellung von Herwarth Walden 1912 in Berlin fand William Wauer zur bildenden Kunst zurück. Er wurde einer der Hauptvertreter des „Berliner Kubismus“. Mit seinen Plastiken ging er neue Wege. Die damals entstandenen kubistischen Kleinplastiken und Monumentalbüsten, deren bekannteste seinen Freund Herwarth Walden darstellt, sichern Wauer einen bedeutenden Platz in der Kunstgeschichte.
Auch seine Gemälde sind hervorragende Beispiele des Expressionismus. 1918 wurden in einer Ausstellung mit Marc Chagall und Wassily Kandinsky seine Werke in der „Sturm“-Galerie gezeigt.
Als William Wauer sich dem Rundfunk zuwandte, entwarf er zahllose Bastelvorlagen für Kinder, die in einer Sendung übermittelt wurden. Er erkannte die künstlerische Betätigung als Therapie für kranke Kinder.
Die Nationalsozialisten stuften sein Gesamtwerk als „Entartete Kunst“ ein. Erst nach dem Krieg konnte er wieder freischaffend wirken und mit etlichen Ausstellungen glänzen. Er starb 1962 in Berlin.
Gisela Wauer, Schwiegertochter William Wauers, überließ der Stadt Kurort Oberwiesenthal den in ihrem Besitz befindlichen künstlerischen Nachlass des Schwiegervaters. Diese großzügige Schenkung ermöglicht es, dass Wauers Kunst nun auch in seiner Geburtsstadt gezeigt werden kann. Damit fügt sich unsere Sammlung in eine lange Reihe bedeutender Museen in aller Welt ein, die das Werk William Wauers bewahren.

Sonderausstellungen
Ab Samstag, dem 17. August 2024, präsentiert das Museum „Wiesenthaler K3“ eine neue Sonderausstellung anlässlich des 85 jährigen Jubiläums der Oberwiesenthaler Postkutsche. Die Ausstellung zeigt Fotos und postalische Dokumente sowie Fahrscheine vom ersten Einsatztag am 15. August 1939 bis heute. Zu sehen sind weiterhin Originalrelikte aus der Postkutschenzeit, wie beispielsweise Uniformen der sächsischen und bayrischen Postverwaltung sowie ein Posthorn, das die Ankunft und Abfahrt eines Postwagens ankündigte. Ein handgefertigtes Modell der Oberwiesenthaler Postkutsche ist ebenfalls Bestandteil der Ausstellung.
Zusätzlich befindet sich im „Wiesenthaler K3“ eine Wanderausstellung, die sich dem Thema Postmeilensäulen und Poststraßen widmet. Die Postmeilensäulen sind das älteste Wegeleitsystem. August der Starke ließ durch seinen Landvermesser Adam Friedrich Zürner im Jahre 1730 die Distanzsäule auf dem Markt in Oberwiesenthal errichten.
Detailverliebte Modellbaukunst des Oberwiesenthalers Manfred König gibt es derzeit im Wiesenthaler K3, dem Museum für Stadtgeschichte und Wintersport, zu erleben.
Bestaunen Sie selbst konstruierte, funktionstüchtige Motoren in Miniaturfabriken. Erleben Sie die Maschinen bei einer Vorführung durch den Konstrukteur.
Gezeigt wird die ganze Bandbreite der über viele Jahrzehnte entstandenen Modelle von Manfred König. Seien Sie gespannt!
Die Bergwacht in Oberwiesenthal ist für den Wintersport unerlässlich. Die Kameraden sorgen – nicht nur im Winter – ausschließlich ehrenamtlich für Rettung und Hilfeleistung auf der Skipiste und im unwegsamen Gelände.
In der Dauerausstellung des Museums ist ein neuer Ausstellungsteil zur Oberwiesenthaler Bergwacht entstanden um diese wichtige Einrichtung angemessen zu präsentieren.
Irmgard Uhlig wurde am 29. Oktober 1910 in Oberwiesenthal geboren. Sie wuchs anschließend in Leubsdorf, Nossen und Dresden auf.
Irmgard Uhlig zeichnete ihr Leben lang ein enormer Unternehmungsgeist aus. Gleichzeitig war sie sehr sportlich und belastbar. Seit ihrer Jugend war sie von den Bergen fasziniert und ihr weiteres Leben lässt sich auch als Abfolge von Bergwanderungen und dem Malen der Berge beschreiben. Ein Teil der Wanderungen fand auf Skiern statt und ein Teil ihrer Bilder entstand auf Skiern.
Irmgard Uhlig bereiste und malte unter anderem: Die sächsische Schweiz, Ostpreußen, das Erzgebirge, das Rilagebirge, die Hohe Tatra, den Kaukasus, den Tienschan, die Dolomiten und immer wieder die Alpen. Sie fertigte etliche große Modelle, etwa für den Naturschutz oder Architekturbüros. Darunter zwei Modelle der Sächsischen Schweiz im Maßstab 1:10.000 und 1:5.000. Beim Aufbau des Museums in Bad Schandau war sie mit tätig. Sie malte Wandbilder in Hotels und Illustrationen für Zeitschriften. Ihre Werke wurden ausgestellt und vielfach angekauft, sowohl von Privatleuten als auch von offiziellen Stellen. Ihre zügige Arbeitsweise beim Malen brachte ihr den Spitznamen „Der rasende Pinsel“ ein.
Im Jahr 1970 wurde Irmgard Uhlig mit 60 Jahren Rentnerin. Von nun an war es ihr möglich, in „den Westen“ zu reisen. Auf Einladung von Künstlerkollegen setzte eine rege Reise- und Maltätigkeit in diese Himmelsrichtung ein. Nach 1990 war es ihr, mit nunmehr 80 Jahren, endlich möglich, die ganze Welt zu bereisen. Umgehend wurden Spanien, die USA, Ägypten, China und Kanada besucht (und gemalt), um in den folgenden Jahren noch Marokko und Brasilien hinzuzufügen. In jedem Land wurden die bedeutenden Kunstmuseen und -galerien besichtigt, hauptsächlich um die dort ausgestellten Landschaften anzusehen.
Zu Ehren ihres 90., 95. und 100. Geburtstages fanden zahlreiche Ausstellungen statt. Das Dresdener Fernsehen drehte für die Reihe „starke Frauen“ einen Kurzfilm über sie. Irmgard Uhlig verstarb am 17. August 2011 in Dresden. Eine Auswahl ihrer Werke ist nun in ihrer Geburtsstadt zu ausgestellt.